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Was ist das Register Friedrichshain - Kreuzberg?

Das Register erfaßt Ereignisse mit rassistischen, rechtsextremen, antisemitischen, LBGTIQ*feindlichen oder ähnlichen Hintergründen. Es werden nicht nur strafrechtlich relevante Vorfälle dokumentiert, sondern auch rechte Konzerte, Pöbeleien, Schmierereien, Drohungen und Alltagsbeobachtungen - ob in der Schule, im Supermarkt, im Bus oder am Stammtisch. Die Chronik ergänzt behördliche Statistiken.
Das Register erhebt dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weil viele Vorfälle nicht bekannt werden.
Die Dokumentation kann einen Einblick in Entwicklungen im Bezirk geben und dabei helfen, geeignete Handlungskonzepte zu entwickeln.
Wir wollen Unsichtbares sichtbar machen und demokratische Akteure informieren und vernetzen. Ziel ist in erster Linie eine Informations- und Handlungsgrundlage zu schaffen, die Anwohner_Innen und Gewerbetreibende für die Problematik der Diskriminierung im Alltag sensibilisiert und im besten Fall selbst aktiv werden läßt.
 
Gemeinsame Berliner Auswertung im Frühjahr:
Jedes Frühjahr laden die Berliner Register, Verzeichnisse und die Opferberatungsstelle ReachOut Berlin zur gemeinsamen Pressekonferenz, um die Ergebnisse und deren Auswertungen vorzustellen. Jedes Jahr wird so auf´s Neue sichbar, wie wichtig diese Arbeit ist und das von Entwarnung leider keine Rede sein kann. Im Gegenteil. Angriffe auf Menschen in anderen Stadtteilen scheinen zuzunehmen, Alltagsrassismus breitet sich immer mehr aus.

Wer macht das Register und wird es gefördert?
Das Register Friedrichshain (Projekt der Initiative gegen Rechts und UBI KLiZ e. V.) wurde zur Initialisierung und Festigung in den Jahren 2009/10 durch den Lokaler Aktionsplan für Vielfalt und Toleranz des Bezirkes Friedrichshein-Kreuzberg aus Mitteln des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Bundesprogramm "Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus") gefördert.

In den Jahren 2011 und 2012 wurde das Register ehrenamtlich weitergeführt und die Arbeit auf den Stadtteil Kreuzberg erweitert.

2013 intensiviert sich die Zusammenarbeit aller bisherigen (und auch zukünftigen) Berliner Register. Eine Gesamt-Berliner Koordinierungsstelle wird eingerichtet. Träger ist Ariba e. V., gefördert über den Senat für Integration und Migration. Die gemeinsame Website ging 2014 ans Netz. Seither erhalten auch die bestehenden Register Senatsförderung, so daß die Arbeit gemeinsam fortgeführt werden kann.
Mit Unterstützung der Camino gGmbH wurde für den Zeitraum Mai 2013 bis April 2015 eine Förderung über die GLS Treuhand eingeworben, womit die Bestreitung zusätzlicher Arbeitsgebiete in Friedrichshain-Kreuzberg ermöglicht wurde.

Seit 2014 wird jedes bezirkliche Register vom Senat direkt gefördert. Somit konnte die ehrenamtliche Person weiterhin durch eine zweite Person mit Minijobstelle unterstützt werden. Da der Träger keine Arbeitgeberlogistik besaß, übernahm die workstation Ideenwerkstatt Berlin die Trägerschaft im Rahmen einer Nothilfe. Das Register blieb autark und wurde durch die bezahlte Person weitergeführt. Nach der Rückkehr aus einem 6monatigen Urlaub (in dieser Zeit wurde die Arbeit ehrenamtlich weitergeführt und das Projekt erweitert) lehnte die Person die weitere Zusammenarbeit mit UBI KLiZ e. V. und der Initiative gegen Rechts und anderen Projektpartner*innen ohne Begründung Ende 2014 für alle sehr überraschend ab. Das Register blieb bei der workstation angesiedelt und stellte grundsätzlich seine Arbeit Ende Sommer 2016 weitestgehend ein.

In Absprache verschiedener Akteure auf Bezirks- und Senatsebene kehrt das Register an seinen Gründungssort im Januar 2017 zurück. Ein nahtloser Projektübergang war jedoch nicht möglich, da die bisher verantwortliche Person das Projekt nicht rechtzeitig übergab, obwohl seit Herbst 2016 entsprechende Aufforderungen vorlagen.
Das Register mußte sich praktisch neu aufstellen. Bereits Ende 2016 vereinbart wurde eine enge Zusammenarbeit mit dem Begleitausschuß des Bezirkes und der Koordinierungs- und Fachstelle. Diese Zusammenarbeit manifestierte sich bereits im Nov. 2016 im Rahmen der Demokratiekonferenz. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit den Meldestellen wieder aufgenommen und neue Projektpartner*innen gefunden werden.

Die Förderung beim Träger UBI KLiZ e. V. erfolgt seit Januar 2017 über die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung. Zusätzlich fördert der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg das Register ab Januar 2018. Mit der Förderung werden eine Teilzeitstelle und Kosten des Registers (z. B. für Öffentlichkeitsarbeit) finanziert.