• FriedhofHallesches

Jeder Vorfall wird nach Art, Motiv, Datum und Ort zugeordnet. Die Chronik bildet die Grundlage für die Auswertung der Vorfälle im Bezirk und erstellt so ein Abbild von Alltagsrassismus.

Wenn ein Vorfall gemeldet wird, der mehrere Motive beinhaltet, wird er der Katergorie zugeordnet, die höherwertig ist.
Beispiel: Eine Person wird erst rassistisch beleidigt und dann geschlagen. In der Chronik wird der Angriff geführt, nicht die Beleidigung. Damit ist gewährleistet, daß jeder gemeldete Vorfall nur einmal erfaßt wird.

Grundsätzlich werden alle gemeldeten Vorfälle anonymisiert veröffentlicht.
Sollte jedoch auch trotz Anonymisierung ein Rückschluss z. B. auf den Wohn– oder Arbeitsort einer angegriffenen Person möglich sein, wird der Vorfall zum Schutz des Opfers nicht in der Chronik veröffentlicht. Vorfälle in Kitas oder Bildungseinrichtungen werden zum Schutz der Betroffenen unter bezirksweit vermerkt, um keine Rückschlüsse auf die Einrichtung ziehen zu können.

Wird ein Vorfall gemeldet, der nach Art und Motiv nicht konkret zugeordnet werden kann, wird dieser nicht in der Chronik erfaßt. Er kann intern vermerkt werden und in die inhaltliche Auswertung einfließen.

07.10.26

Antisemtische Demonstration in Kreuzberg

Unter dem Motto „Until total liberation“ (bis zur vollständigen Befreiung) feierten propalestinensische Gruppen den Jahrestag des Massakers der Hamas gegen ein Festival in Israel am 07.10.2023. 1500 Menschen starben, die meisten davon Zivilisten, 250 Menschen wurden verschleppt. Bereits das Bild auf dem Aufruf zeigte den antisemitischen Charakter der Demonstration. Abgebildet war ein schwerer Bulldozer, der einen mit Stacheldraht bewehrten Zaun durchbricht. Die Zeichnung war einem Foto des Angriffs nachempfunden. Auch Kämpfer der Hamas waren auf diesem Weg von Gaza nach Israel gelangt. Im Aufruf wurde der Tod von ca. 1200 Menschen unter anderem als „Leuchtfeuer der Standhaftigkeit“ angepriesen und damit die Ermordung von Juden gefeiert. Das Landeskriminalamt hat wegen Gewaltverherrlichung Ermittlungen aufgenommen.
Die Demonstration startete um 18 Uhr am Oranienplatz und sollte bis zum Hermannplatz führen. Etwa 850 Teilnehmer*innen, darunter auch die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg, zogen durch Kreuzberg. Teilnehmende riefen in Sprechchören u. a.: „There is only one solution. Intifada Revolution“ (Es gibt nur eine Lösung. Intifada-Revolution.) und „From the river to the sea“.  Wegen wiederholt zahlreicher Verstöße gegen die Auflagen und erheblicher Gefährdung der öffentlichen Sicherheit beendete die Polizei die Demo vorzeitig am Kottbusser Damm. Es gab auch Festnahmen wegen der Verwendung verbotener Symbole der Terrororganisation Hamas.

Quelle: Berliner Morgenpost vom 07.10.26; Die Zeit, RBB24, Bild vom 08.10.26 

Antisemtische Demonstration in Kreuzberg

07.10.26

Antisemitischer Angriff auf Ladeninhaber in der Falckensteinstraße

Gegen 19:20 Uhr griffen fünf bis sechs Jugendliche den Betreiber eines Ladens in der Falckensteinstraße an. Sie beleidigten den Rollstuhlfahrer und setzten Pfefferspray gegen ihn ein. Als er laut um Hilfe schrie, rannten die Jugendlichen weg.

Hintergrund:
Am 03.10.26 hängte der Ladeninhaber Infoplakate vor seinem Laden in der Falckensteinstraße. Zu sehen war ein Plakat zum Tag der offenen Moschee und daneben ein Plakat gegen Judenfeindschaft u. a. mit der Parole „Wir werden wieder tanzen“. Sie stammt von Überlebenden, die damit deutlich machten, dass sie sich dem Hamas-Terror nicht beugen werden. Der Ladeninhaber hängte die Plakate nebeneinander, um deutlich zu machen, dass jüdische und muslimische Menschen friedlich zusammenleben und feiern können sollen. Der Rollstuhlfahrer und Kreuzberber Urgestein HG wendete sich bereits seit Jahrzehnten mit seinem Angeobt im „M99-Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf“ gegen alle Arten von Missständen. So vielfältig sein Angeobt, so vielfältig seine Kundschaft. Viele kennt er bereits über Jahre, so auch die jugendlichen Täter, die ihren Antisemitismus bereits ausdrückten. Immer wieder fragten sie, ob HG Jude sei. Angebrachte Infos zur Freilassung der israelischen Geiseln oder gegen die Hamas in der Vergangenheit wurden mehrmals unkenntlich gemacht.
Mit dem Aufhängen der Plakate am 3. Oktober wurden die Bedrohungen durch die Jugendlichen massiver. Eine Gruppe von mindestens fünf Jugendlichen kam täglich in den Laden und machte deutlich, dass sie nicht in friedlicher Absicht kamen. Der Betreiber schrie jedes Mal so laut, dass sie wieder verschwanden. Der Betroffene vermutet zudem, dass der Angriff am 7. Oktober, dem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel, kein Zufall war.

(siehe auch 08.10.26 Antisemitischer Angriff auf Ladeninhaber in der Falckensteinstraße und 09.10.26 Sachbeschädigung in der Falckensteinstraße)

Quelle: Tagesspiegel und ND vom 10.10.26, Instagram und taz vom 12.10.26

Antisemitischer Angriff auf Ladeninhaber in der Falckensteinstraße